Volkswagen reduziert die Arbeitsbelastung und den Stress seiner Mitarbeiter, indem der Automobilhersteller eine halbe Stunde nach Feierabend die Weiterleitung von E-Mails auf die Blackberry-Smartphones der beschäftigten abschaltet. Eine halbe Stunde vor Arbeitsbeginn wird die Weiterleitung wieder aktiviert. Auf diese Regelung eigneten sich der Betriebsrat und die Konzernleitung.
Der Betriebs
rat sieht die Mitarbeiter gefährdet, denen es durch eine zunehmende Verschmelzung von privaten und beruflichen schwer fällt, die Ruhezeiten nach Feierabend auch als solche zu nutzen.
Von der Regelung sind bisher 1.000 Tarifbeschäftigte betroffen. Das einfrieren der E-Mail Kommunikation bedeutet jedoch keinen vollständigen Kommunikationsstop. Telefonieren und weitere Funktionen der Smartphones können nach wie vor genutzt werden. Die Konzernleitung sieht den E-Mail-Stopp nach Feierabend als fairen Ausgleich zwischen den Arbeitnehmer- und Unternehmensinteressen.
Volkswagen nimmt damit eine Vorreiter Stellung ein und reagiert auf ein Problem, dass viele Arbeitnehmer bereits länger kritisieren. Durch die Möglichkeit jederzeit auf E-Mails reagieren zu können, erwarten viele Arbeitgeber und Kollegen implizit auch eine Reaktion nach Feierabend und an Wochenenden. Für Arbeitnehmer bedeutet das eine latente Stresssituation und einen gesteigerten Erwartungsdruck, der langfristig negative Folgen für die Gesundheit und das Privatleben haben kann.
Tobias Brockmann
Tobias Brockmann ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Münster. Er promoviert im Bereich mobile Enterprise und ist als Dozent für Social Media und Mobile tätig.
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