Seit dem Jahreswechsel geistert das schwedische Start-up Wrapp vermehrt durch die Blogs und Newsseiten. Die aktuelle Diskussion rund um das Unternehmen sowie seinen deutschen Klon DropGifts zeigt sehr eindrücklich die unterschiedlichen Facetten der Start-up Szene und mobiler Geschäftsideen im Speziellen. Ein Grund sich den Fall einmal genauer anzuschauen.

Das Stichwort hinter Wrapp lautet „Social Gifting": In Zeiten von Facebook fällt es immer schwerer einen Geburtstag zu vergessen, doch das Problem eines passenden Geschenks bleibt bestehen. Gutscheine sind dabei eine sinnvolle Zwischenlösung und lassen sich gleichzeitig relativ leicht zu einem Gruppengeschenk ausbauen.
Wrapp greift diesen Grundgedanken auf und vereinfacht die Umsetzung. In Zusammenarbeit mit Einzelhändlern bietet die Plattform seinen Usern kostenfreie Geschenkkarten für Freunde an. Notwendig für die Nutzung ist ein Facebook Account, welcher die Freundesliste scannt und die nächstliegenden Geburtstage anzeigt. Praktischerweise lassen sich diese Gutscheine auch noch erweitern und so zu einem größeren Geschenk umwandeln. Die Händler profitieren einerseits von diesen kostenpflichtigen Ergänzungen und gehen außerdem davon aus, dass der Beschenkte im Laden noch mehr Geld ausgibt.
Das interessante an der Geschäftsidee hinter Wrapp ist der Fokus auf Mobile. Die Schweden bieten eine Android und iOS App an, welche dem Beschenkten die Möglichkeit gibt den Gutschein direkt vom mobilen Gerät aus einzulösen. Ganz im Gegenteil zu anderen Services ist es bei Wrapp überhaupt nicht möglich den Gutschein auszudrucken. Gleichzeitig erleichtert die App die Suche nach passenden Gutscheinen. Im Moment ist Wrapp nur in Schweden aktiv, sodass ein Download der App in Deutschland noch keinen Sinn macht.
Hinter Wrapp steht ein Team erfahrener Entrepreneurs und Investoren. Vor kurzem hat LinkedIn Gründer Reid Hoffmann mehrere Millionen in das Unternehmen gesteckt und auch Skype-Gründer Niklas Zennström hat bereits investiert. Die nächsten Schritte für Wrapp sind die Expansion in die USA und Großbritannien. Kein Wunder also, dass Martin Weigert in seinem Blogpost für Netzwertig bereits vor ca. 3 Wochen davon ausgegangen ist, dass ein deutscher Klon bald folgen wird.
Im Laufe der letzten Woche ist dann DropGifts aufgetaucht und wurde von den Blogs schnell als Klon von Wrapp identifiziert. Hinter DropGifts steht einer der wenigen Inkubatoren Deutschlands: Das Gebrüder Samwer Unternehmen Rocket Internet. Als das bekannteste deutsche Investorenteam haben sich die drei Samwer Brüder einerseits durch ihren Erfolg andererseits durch die Art und Weise ihrer Investments international einen Namen gemacht.
Neben Zalando, eDarling und vielen weiteren Start-ups steht seit neustem auch DropGifts auf der Liste der Rocket Internet Unternehmen. Das Portal ist zwar bereits teilweise gelauncht, hat aber noch keine App online. Bisher sind außerdem fast nur Gutscheine anderer Rocket Internet Beteiligungen im Angebot.
Wird Social Gifting der neue Mobile und Internet Trend? Die Chancen stehen aktuell nicht schlecht. Interessant ist vor allem, dass Wrapp im Gegensatz zu anderen Start-ups auf Mobile nicht als Zusatz setzt sondern von Beginn an den Mehrwert der mobilen Geräte in den Vordergrund stellt. Es bleibt abzuwarten wie sich das Thema in den nächsten Monaten weiterentwickelt.
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